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... dreams and lack of time.


Ich denke, nahezu jeder hat Dinge im Leben, die man einmal erlebt haben möchte. Ziele, die man sich steckt, Wünsche oder Träume die vor sich hin schlummern und drohen im Dornröschenschlaf zu versinken oder einfach schon von der Bucket-List gestrichen wurden. 

 

Man ertappt sich dabei, solche Sehnsüchte laufend vor sich her zu schieben. Entweder es passt gerade nicht, weil man die Zeit oder finanziellen Mittel nicht hat oder irgendein anderer Umstand ungünstig erscheint. Außerdem wäre da noch das Engelchen, dass das Teufelchen auf der Schulter immer wieder an die Verpflichtungen erinnert, die das Leben so mit sich bringt und Erwartungen, die man möglichst alle erfüllen sollte:

Einen Schulabschluss machen, idealerweise Ausbildung oder ein Studium anhängen und dann Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten um eine Menge Geld zu verdienen.

 

Dann wäre da noch:

Traumpartner finden, Traumkinder zeugen und Traumhaus bauen mit dem vielen Geld das man verdient hat. im Eigenheim kann man dann im Alter seine Rente genießen und sich zur Ruhe setzen, bis man den Wehwechen des körperlichen Verfalls erliegt und dann in einer schicken Wohnanlage betreut werden darf.

 

 

Das ist jetzt natürlich überspitzt gesagt ;-) 


Bisher habe ich auch gar nichts gegen den 0815 Standard-Ablauf einzuwenden gehabt. Ich habe mein Abi gemacht, meinen Bachelor, meinen Master, immer nebenbei gearbeitet und Praktika absolviert. Eine super Zeit, die ich nicht missen möchte.

Nach der Exmatrikulation habe ich auch direkt einen <40-Stunden-Job bekommen und mein Darlehen zurückgezahlt. Ab jetzt könnte ich mich quasi tatsächlich mit den Themen Eigentumswohnung und Karriereleiter beschäftigen, aber irgendwie sträubt sich mein Innerstes dagegen. Es schreit mich förmlich an, um genau zu sein...

 

Sollen meine Tage weiterhin so aussehen , dass sich zwischen 7 Uhr früh und 18.00 Uhr abends nahezu alles um mein Angestelltendasein dreht, anschließend diverse andere Verpflichtungen warten und ich dann noch ein paar wenige Stunden Zeit zur Verfügung habe, dass zu tun, was ich wirklich tun möchte?

 

Dass ich meine produktive Phase eher am Vormittag habe, macht die Situation nicht besser. Bis zum Abend geht mir oft schlichtweg die Energie aus, um Sport zu treiben, Freunde zu treffen oder gemütlich zu lesen. Dafür habe ich ja dann einen Tag am Wochenende und die 25 Urlaubstage im Jahr. Bravo!

 

Ich beneide wirklich jeden, der seine Erfüllung in einem Job gefunden hat, der ihn glücklich macht. Und eigentlich auch jeden, der dazu fähig ist, seine Arbeit einfach zu erledigen - ob sie nun sinnstiftend für einen ist oder nicht - ohne das ganze ständig zu hinterfragen. Momentan kann ich mir mein Leben so leider noch nicht vorstellen und gehöre somit wohl (noch) nicht zu dieser Gruppe "Arbeiter und Angestellte im geregeltem Arbeitsverhältnis". 

 

Deswegen habe ich nach den 2 Jahren Festanstellung beschlossen, wieder damit aufzuhören, mein Leben in einem Büro zu verbringen, damit ich meine Rechnungen bezahlen, mir meine Wohnung und Versicherungen leisten kann und den Rest, der vom Gehalt übrig bleibt, in Dinge zu investieren von denen ich festgestellt habe, dass ich sie gar nicht brauche und die Hälfte davon mittlerweile wieder verschenkt oder verkauft habe.


Was mir am meisten abgeht ist Zeit.

 

Zeit, Flexibilität & nach meiner inneren Uhr leben zu können.

Zeit, um meinen Tagesablauf nach meinem Rhythmus gestalten zu dürfen.

Zeit, um rauszufinden, was ich langfristig einmal machen möchte.

Zeit, um Dinge auszuprobieren, die mir durch den Kopf schwirren.

Zeit, um meinen Blickwinkel zu erweitern, Neues zu Entdecken. 

 

Zeit, um die Dinge zumindest zu versuchen, die drohen im Dornröschenschlaf zu versinken!


Sprich, Unter'm Strich: 

 

Ich hänge meinen Fulltime-Job an den Nagel, meine eigene Wohnung hinterher, nahezu all meine Möbel und den Großteil meiner Klamotten und tausche mein geregeltes, monatliches Gehalt, einen festen Wohnsitz und mein Hab und Gut gegen ein One-Way-Ticket raus in die Welt -  um mehr Zeit zu haben. 

 

Und wen's interessiert, wie das ganze weitergehen soll, ist sehr herzlich eingeladen, dass in Zukunft auf meinem Blog zu verfolgen :-) 

 

Eure Saskia 


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